Augmented with new material by the author - 2004.
Von der eben gegebenen Beschreibung kann man sich ein Bild von ĦaÄ¡ar Qim vor der Ausgrabung machen, ein Ackerboden mit einem Hügel aus dem in regelmäßigen Abständen Felsen aus den Boden ragten. Aus diesem Grunde nannte man diesen Ort "ĦaÄ¡ar Imqajjem", was so viel bedeutet wie "Die aufrecht stehenden Steine" (ĦaÄ¡ar = Steine; imqajjem= aufrecht / das j besitzt im Maltesischen den Klang des englischen y).
Dann im Laufe der Jahre verlor sich das "I" und so wurde "imqajjem" zu "Mqajm". Und noch etwas später ging auch das "M" verloren und man sagte nur noch "Qajm". Einiger Dorfbewohner nennen die Stätte heute noch "ĦaÄ¡ar Qajm" und ander wiederum "ĦaÄ¡ar Qejm", aber die Stadtmenschen sagen und schreiben von "ĦaÄ¡ar Qim".
Und so wurde aus ĦaÄ¡ar Imqajjem das heute übliche ĦaÄ¡ar Qim.
Im Jahre 1839 wurde der Offizier J. C. Vance von den Royal Engineers mit der Aufgabe betraut, Ausgrabungen auf Malta vorzunehmen und Pläne von möglichen Funden anzufertigen. Innerhalb weniger Monate hatte er seine Arbeit ausgeführt und konnte der Regierung seine Resultate vorlegen: Statuetten, einen verzierten Steinbrocken, zwei von Ton Figurinen (doch von dieser schon fällt einer) und ein sehr groß Schädel.
Aber unglücklicherweise ist in dem Bericht nicht vermerkt wo, wie und was in welcher Position vorgefunden wurde. Vieles was bei den Arbeiten als Müll aus den Ausgrabungsstätten weggeworken wurde, könnte heute sicher zu Bestimmung der Tempel herangezogen werden. Aber wir sind in der Lage auch so sehr viel über ĦaÄ¡ar Qim herauszubekommen. Denn dort wo die Geschichte Lücken ausweist, kann uns die Überlieferung helfen.
Und da ich der direkte Nachkomme der Bauern bin, die das Land über ĦaÄ¡ar Qim bestellten und mein Vater der erste offizielle Bewacher der Anlage wurde, kann ich viel über die Ausgrabungen sagen, denn der Beruf als Aufpasser bringt viele Informationen über alles was dort vorgeht mit sich.
Der ĦaÄ¡ar Qim Komplex besteht aus einem jüngeren Haupttempel, einem älteren kleineren Tempel und zwei separaten Gruppen von Wohnhäusern. Der Haupttempel besteht aus sieben Kammern (A, B, C, E, F, H, I - Pic.3), während der ältere aus sieben Absiden besteht (T, U, V, W, X, Y, Z). Im Haupttempel wurden sieben Statuetten aus Korallenkalkstein gefunden, die über 12 inches (ca. 31 cm) groß waren (Pic.4 und Pic.5; auch Pic.6 und Pic.7). In Raum A, wo die Statuetten entdeckt wurden, findet man heute noch sieben Altäre oder Plattformen, auf denen die Statuetten wohl geruht haben. In den Plattformen befinden sich kleine Lüchern, man ist sich jedoch nicht sicher ob es Verzierungen oder ob Feuerspuren sein sollen.
Im Raum F, den man auch den Stall nennt, findet man sieben Seillöcher, an denen die Bewohner der Anlage sieben Tiere anbinden konnten, die vor den Göttern geopfert werden konnten.
Die Einwohner hatten sich auch um ausreichende Wasservorräte bemüht. In einem kleinen Gebiet mit flachen Felsen, am Rand einer Abgrundes, der gleichweit von ĦaÄ¡ar Qim und Mnajdra entfernt ist, gruben sie sieben Brunnen oder Wassertanks in die den Fels (fünf von ihnen führen noch heute Wasser). Diese Stelle nennt man noch heute "Il-Misqa" (Die Trinkmulde - Pic.51).
Während der Ausgrabungen in den 50er Jahren wurde noch ein weiteres Statuetten-Set gefunden, anscheinend Kopien der ersten, aber diesesmal aus Globigeriner Kalkstein. Auch dieses Set bestand aus sieben Statuetten (Pic.12 und Pic.14).
Es kann kein Zufalls sein, daß wir so vielen Siebenen begegnen und es gibt auch gute Begründungen dafür. Man kann nachweisen, daß die damaligen Menschen großen Respekt, wenn nicht sogar Verehrung für die Sonne und den Mond zeigten, vielleicht auch für die sichtbaren Planeten (Auf diesen Aspekt werden wir später aber später noch eingehen).
Nun ein Mond-Monat dauert 29 Tage, also in vier Teile geteilt kommt eine ungefähre Periode von sieben Tagen heraus. So ist es kein Wunder, wenn man die Zahl sieben als etwas besonderes ansah und sie sich als heilig etablierte. Aber es scheint so, also ob diese frühen Menschen nur die Vorläufer jener Menschen gewesen, die diese Zahl als sehre heilige Zahl verehrten. Z.B.:
Bei den sieben Teilen der Schöpfung, die zu den sieben Tagen der Woche führten. In Offenbarung 4:5 heißt es: "… und sieben Lampen brannten vor dem Thron, welches sind die sieben Geister Gottes". 5:5, "… das Buch und seine sieben Siegel…". 5:6, "… und hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande."
Im Maltesischen sagt man, daß die Katze oder jemand der oft dem Tode entronnen ist sieben Seelen besitzt. Erich von Däniken hat eine lange Liste zusammengestellt, auf der man ersehen kann was für eine gewaltiger Rolle die Zahl sieben überall und zu allen Zeiten spielte, eben auch seit der Großen Flut.
Die Babylonier glaubten, daß ihr Kosmos aus sieben Körpern besteht, der Sonne, dem Mond, und den Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars sowie Jupiter und Saturn. Jeder kennt das "Buch der sieben Siegel", die Offenbarung der Bibel. Die "sieben Tage der Herrlichkeit" im alten Griechenland, das berühmte "siebentorige Theben", die sieben weisen Männer oder die sieben Weltwunder, um nur einige von EvDs Beispielen zu nennen. Als EvD in Peru einen sehr alten Tempel besichtigte, meinte er eine Kopie des Salomonischen Tempels vor sich zu haben und er sagte, "alle Treppen, die ich benutzte hatten sieben Stufen" und in einem versunkenen Vorplatz war der "Altar der sieben Widder".
Das alles weist auf die herausragende Bedeutung der Zahl sieben als heilige, grenzüberschreitende Zahl hin.
Seit den frühesten Tagen der Menschheit hat der Mensch dem Mond und vor allem der lebens- und lichtspendenden Sonne gehuldigt. Der Mond spendete Nachts, mit ewig wandelnden Gesicht, Licht. Und so dachten die Menschen warhscheinlich, daß es für alles Werden und Vergehen auf der Erde verantwortlich und somit ihr oberster, alles haltender Gott war, denn auf ihm schien ja alles zu basieren.
Schon in den frühesten prähistorischen Zeiten haben die Menschen die "Mätzchen" des Mondes beobachtet. Sie registrierten sein Auf und Abtanzen am Nachthimmel und seine alle paar Jahre wiederkehrende Bahn. Sie führten ihre Beobachtungen so genau durch, daß sie in der Lage waren die Eingänge ihrer Tempel nach diesem Zyklen auszurichten, z.B. jeweils exakt auf den nördlichsten und südlichsten Punkt der Wanderung des Mondes über den Himmel anvisierten (heute Haupt-Stillstands-Zyklus des Mondes genannt - Pic.36).
Aber das ist noch nicht alles. Andere Eingänge wurden auf spezielle Tage und Sonnenstände zur Tag-und-Nacht-Gleiche oder auf die jeweiligen Sonnenwenden ausgerichtet.
In der folgenden Tabelle sind die Grade der Winkel angegeben, welche die Abweichung der besagten Position von der Ost-West-Observationslinie angeben. Wenn sich die Position im Norden befindet, ist sie positiv angegeben, im Süden negativ.
Die Abweichung der Sonnenwenden beträgt auf Malta:
|
Sommer - |
Sonnenwende: 28º |
Untergang: 29º |
|
Winter - |
Sonnenwende: -30º |
Untergang: -30º |
Die Abweichungen der Still-Stands-Positionen des Mondes in Malta sind:
|
Nördlicher - |
Aufgang: 38º |
Untergang: 38º |
|
Südlicher - |
Aufgang: -40º |
Untergang: -40 |
[In Stonehenge, U.K., the Summer Solstice rising is 40º North of East 90º.]
Diese Werte gelten für den Horizont auf Meereshöhe, für einen höheren kann sich bis zu einem Grad Differenz ergeben.
Die nun folgende Liste zeigt, daß die damaligen Menschen bereits einen vollständigen Kalender durch die besondere Ausrichtung ihrer Eingänge besaßen.
So ergab es sich, daß wir herausfanden, daß die Tempelanlage von ĦaÄ¡ar Qim so geplant war, daß die äußeren wie inneren Durchgänge auf bedeutende Positionem im Laufe der Sonne und des Zyklus des Mondes ausgerichtet waren.
Um präziser zu werden, der Haupteingang zeight auf den Aufgang des vollen Mondes in seinem Zyklus (Pic.36). Der entgegengesetzte Durchgang an der Hinterseite zeigt auf den Untergang desselbigen Mondes während er im nördlichen Teil ist.
Der äußere Eingang von Raum H ist direkt nach Westen ausgerichtet. Der innere Durchgang ist zwar nicht so exakt positioniert, was aber auf die Tatsache zurückzuführen sein dürfte, daß er nicht in seiner ursprünglichen Form rekonstruiert wurde. Durch ihn sollte man in der Lage, direkt auf einen Stein am Horizont zu sehen, der den höchsten Sonnenstand am Tage der Tag-und-Nacht-Gleiche angab. So ein Stein exisiert auch direkt unter dem Horizont, den höchsten Sonnenstand der Tag-und-Nacht-Gleiche (TuNG) markierend und kann von Haupteingang des kleinen Tempels von Mnajdra eingesehen werden (Pic.37 und Pic.39).
Es ist kein besonderes gestalteter Stein und viel ist über ihn auch nicht auszusagen, nur das es einen in Form und Größe ähnlichen Stein zur Markierung der Wintersonnenwende gibt. Der Stein der TuNG ist ein fast quadratischer Stein 38 × 39 inches (0.9 × 1.0 m), der mit seiner Längsseite auf Mnajdra und hier auf die "Arbeitswohnung" zeigt. Er ist ca. 1½ Fuß (45 cm) hoch und läuft nach oben etwas spitz zu. Der Wintersonnenwendstein ist rund, mit einem Durchmesser von ca. 1 m, aber sonst in der Form gleich. Der Stein der Sommersonnenwende ist sicher sehr ähnlich gearbeitet gewesen, aber er konnte bis jetzt noch nicht gefunden werden, da er auf kultiviertem Land mit vielen Bruchsteinmauern stehen muß. Aber wir können daraus ablesen wie viel Arbeit die frühen Menschen sich mit kalendrischen Ausrichtungen gemacht haben (Pic.40).
Diese Markierungspunkte, für die Sonnenwenden, die TuNG und die Mondphasen stimmen nach über 8'000 Jahren immer noch überein. Dies wiederum beweist, daß die Neigung der Erdachse sich in diesem langen Zeitraum aber nicht geändert haben kann.
In ĦaÄ¡ar Qim existiert weiterhin eine Kapelle, deren Höhe die der anderen Räume um 3 Fuß (90 cm) überragt. Dieser Raum E besitzt einen Ausgang, durch den man einen Hügel sehen kann, der die Stelle markiert an der die Sonne nach der Sommersonnenwende wieder versinkt. Die Ausrichtung des Tempels beträgt jedoch 27º und nicht 29º. Aber dieser Sachverhalt ganz einfach mit dem höher gelegenen Horizont beim Sonnenuntergang zu erklären ist (Pic.29).
Und es gab auch einen besonderen Grund die Arbeit auf sich zu nehmen, die Kapelle 90 cm höher zu legen, man mußte den Raum I überblicken können, um den Aufgang der Sonne an besagter Position und zu besagter Zeit wahrzunehmen.
Der Eingang zu Raum I ist auf der Rückseite des nach Norden ausgerichteten Tempels, aber im hinteren Teil der Kapelle befinden sich zwei Altäre, die einen Spalt flankieren. [ If one examines minutely this recess, one notices that the stones that block it do not fit perfectly. This is because, originally, this recess served as a passage from this Room I into Room H, which originally formed part of the second temple. Hence, since Room I faces North, the right-hand side opening of this back-chapel must have faced directly towards the setting sun, in the West.]
Und wie man weiß ist das Gegenteil von Norden Süden und dort steht gern Mittag die Sonne. Zu dieser Zeit steht die Sonne sehr hoch und sollte nur mittels eines Schachtes observiert werden. Meistens wurden dann Löcher an den Stellen eingekerbt, an denen die Sonnenstrahlen zu bestimmten Zeiten den Boden markierten.
Auf der Rückseite des Raumes befindet sich ein hochgelegenes Fenster (Pic.7), durch welches man am Tage der Wintersonnenwende die aufsteigende Sonne beobachten kann.
Ħaġar Qim ist nicht der einzig kalendrisch ausgerichtete Tempel, auch alle anderen Tempelanlagen sind kalendrisch ausgerichtet. Ich will versuchen einige Beispiele zu geben.
Der obere Eingang von Mnajdra ist auf die Aufgänge des Mondes im Still-Stands-Zyklus ausgerichtet, der untere markiert mit Hilfe der Markierungssteine exakt die Punkte der TuNG sowie die beiden Sonnenwenden an (Pic.37 und Pic.39 und auch Pic.40). Man ist auch der Meinung, daß die Diagonalen des Tempels ebenfalls in direkter Verbindung zu den Sonnenwenden stehen. Der kleinere Tempel in Mnajdra besitzt die Form eines gleichschenkeligen Dreieck gearbeitet, dessen Basis zum Ausgang hinweist. Manche Leute [including John E. Palmer] meinen, daß dieser Stein durch den Aufschlag eines anderen Steines so gespalten wurde. Aber das scheint nicht der Fall zu sein, denn dann hätte der Stein beim Umfallen an der Aufschlagstelle Beschädigungen hervorrufen müssen, aber man kann nur eine saubere Teilung ausmachen (Pic.38).
Man meinte, daß das Dreieck mit den Maßen 35" × 38" × 38" (89 × 97 ×97 cm) ein prähistorisches Yard gewesen sein könnte. Als versuchte ich auf dem Papier dem Rätsel auf die Spur zu kommen stellte ich folgendes fast: Der spitze Winkel besaß einen Wert von 56º, dem Winkel, dem die beiden Sonnenwenden bilden. Der Azimut oder di Kompaßrichtung der beiden gleichschenkligen Linien war 62º bzw. 118º, was der Abweichung der Sonnenwenden von je 28º von der Süd-Ost-Linie (90º) entspricht.
Man kann klar erkennen, daß dieses Dreieck mit der Sonne und ihren Sonnenwenden zusammenhängt. Und der Eingang wurde ja auch (zu Ehren der Sonne) auf jene ausgerichtet. Mit dem Dreieck kann man jedoch keine Bestimmungen vornehmen, es kann also nur als heiliges Zeichen einem ihrer Götter geweiht gewesen worden sein, der Sonne.
Die Ideea, daß es ein prähistorisches Yard gewesen sei wird von denen, die gern mit Zahlen beweisen aufgegriffen. Ich bin der Ansicht, daß diese frühen Menschen viel mehr wußten als wir es heute von ihnen glauben. Wenn aber dann so eine dumme Frage aufkommit, was war zuerts, die Maßeinheit oder die astronomische Ausrichtung, dann kann man auch wieder fragen, was war zu erst da, die Henne oder das Ei.
Wieder zurück zu dem Ausrichtungen der Tempel. Ä gantija auf Gozo markiert den Aufgang des vollen Mondes während seines im Sommer Still-Stands-Zyklus.
Tarxiens innerer Tempeleingang ist auf den Untergang des vollen Mondes während seines im Sommer Still-Stands-Zyklus ausgerichtet, wohingegen der hintere Eingang auf den Aufgang des wollen Mondes während seines im Winter Still-Stands-Zyklus.
Der Haupteingang des kleinen Tempels von Ta' ĦaÄ¡rat ist ebenfalls auf den Aufgang des vollen Mondes während seines im Sommer Still-Stands-Zyklus.
Heute wollen viele Leute einfach nicht einsehen, daß die Altvorderen schon solche Leistungen des Messens bestimmter astronomischer Daten, wie den längsten oder kürzesten Tag im Jahr, ohne die uns heute bekannten Hilfsmittel, wie Chronometer, Winkelmesser, etc., vornehmen konnten. Auch die einfache Zeiteilung zur Bestimmung der TuNG soll nicht möglich gewesen sein. Ist es denn so unvorstellbar, daß man die Tageskerben, die man auch Stöcke oder in Platten ritzte zählte, sie teile und so bestimmte Punkte (die TuNG genau zur Hälfte der Sonnenwenden) angeben oder markieren konnte. Alles ohne einen Siemens Rechner. Können denn nur "weise" Leute auch ohne Hilfsmittel Winkel bestimmen oder Rechnungen vornehmen?
Also war nicht die Messung von Tagen und Zeitpunkten kein Problem. Eher daß man über 18 Jahre warten mußte, um alle Aufgänge im Still-Stands-Zyklus des Mondes aufzuseichnen, war eine sehre zeitaufwendige Sache, aber Zeit schlienen die damaligen Menschen ja gehabt zu haben.
Als nun die Menschen alle Daten beisammen hatten, konnten sie sich getrost daran machen, ihre Auf- und Absteigenden Gottheiten in Stein zu verewigen. Diese frühen Menschen wußten also, daß es ein höheres Wessen geben mußten und sie suchen es in seiner Schöpfung, der Sonne und dem Mond zu personifizieren, denn die wußten, das Gott da war und ist.
|
TEMPEL |
ACHSE |
DEKLINATION |
AUSRICHTUNG |
|
Ħaġar Qim |
Haupteingang |
-39º |
Aufgang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
|
Ħaġar Qim |
Hintereingang |
+39º |
Untergang des vollen Mondes im Winter im Still-Stands-Zyklus |
|
Ħaġar Qim |
Kapelle n. Westen |
-2º |
Untergang der Sonne am Tage der Tag-und-Nacht-Gleiche |
|
Ħaġar Qim |
höhere Teil der K. |
+27º |
Untergang der Sonne zur Sommersonnenwende |
|
Ħaġar Qim |
Gegenrichtung |
-28º |
Aufgang der Sonne zur Wintersonnenwende |
|
Ħaġar Qim |
hin. Kapellendach |
-90º |
Markierung Mittagssonne |
|
Mnajdra |
ob. Tempeleingang |
-39º |
Aufgang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
|
Mnajdra |
unt. Tempeleingang |
-3º |
Aufgang der Sonne am TuNG |
|
Mnajdra |
unt. Markierungsstein |
-28º |
Aufgang der Sonne am Tage der Wintersonnenwende |
|
Ä gantija |
Nordtempel |
-40º |
Aufgang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
|
Ä gantija |
Südtempel |
-40º |
Aufgang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
|
Tarxien |
innerer Tempeleingang |
-40º |
Untergang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
|
Tarxien |
entg. Richtung |
+40º |
Aufgang des vollen Mondes im Winter im Still-Stands-Zyklus |
|
Ta' Ħaġrat |
Haupteingang |
-40º |
Aufgang des vollen Mondes Sommer im Still-Stands-Zyklus |
In der oben angeführten Tabelle entsprechen nicht alle der angegebene Deklinationen ganz der eigentlichen Richtung. Ein Grund dafür ist zum Beispiel der grosß Höhenunterschied zum Meerespegel. Im höheren Teil der Kapelle von ĦaÄ¡ar Qim geht die Sonne bei 27º statt bei 29º unter, da sie hinter einem Hügel versinkt. In der nach Westen ausgerichteten Kapelle ist der jetzige Eingang auch nicht genauso rekonstruiert worden, wie er einmal war.
Malta besitzt ein einzigartiges neolitisches Erbe. Die Tempel und die Artefakte, die man auf Malta vorhanden sind finden nirgends in Europa Entsprechungen, wenn überhaupt dann nur Ähnlicheiten. So schreibt auch Prof. Vere Gordon Childe in seinem bereits erwähnten Buch im Kapitel XIV über Malta: "Malta besitzt keine weiteren Entsprechungen in Europa. Es ist wohl einzigartig für in seiner Entstehungszeit gewesen und man in der Nördlichen Neolithischen Periode keine Verbindungen der Insel zu anderen Kulturen herleiten; alle scheint Original und Neu Geschaffen zu sein. Die Verbindungen zu dem Rest Europas können nur ideell, wenn nicht nur illusorisch gewesen sein."
Also sind laut Prof. V. G. Chile alle Dinge die in der Blütezeit der Maltesischen Kultur gelegen haben volkommen neuartig gewesen sein. Für die Einflußnahme auf das kulturelle Erbe Rest-Europas können nur ideelle Verbindungen angenommen werden.
Diese Meinung Prof. Childe ist nicht einfach aus der Luft gegriffen. Die Statuen und Statuetten sind alle samt größer als alles was bis dato an Gegenständen aus der neolithischen Periode gefunden wurd (man denke nur an die vielen über 30 cm großen Statuetten unde die größte, die ca. 2.4 m mißt, wenn sie komplett wäre.
Der Ursprung der Statuen ist sehr interessant aber oft schwer nachzuvollziehen. Es gibt die beiden Set zu je sieben Statuetten. Man fand sie alle in den ältesten Teilen des Hagar Qim Komplexes. Die älteren, in den 50er Jahren bei Ausgrabungen gefundenen Statuetten, ist das Ausgangsmaterial Globigeriner Kalkstein, der sehr weich ist und daher auch schon ohne besondere Steinwerkzeuge, selbst zum Hausbau, verwendet werden konnte. Dieses Set wurde im älteren, kleinen Tempel aufbewahrt, der mit der "inbetriebnahme" des neuen, größeren Tempels seine Funktion verlor. Ein Beweis für diese These ist die Tatsache, daß drei der Statuetten unter vier großen 2, 2½ m und 30 cm weiten Stufen verborgen waren, die in die höhergelegende Kapelle führten. Zwei weitere Statuetten fanden sich unter den "Steinabfällen", die währen der ersten Arbeiten 1839 herausgeschafft wurden. Diese fünf sind heute im Museum für Archäologie in Valletta zu sehen (Pic.14). Die anderen zwei sind immer noch im ĦaÄ¡ar Qim und dienen als Mauerstein im Westwall (Pic.12). Sie sind nach innen ausgerichtet, können also nicht von außen wahrgenommen werden.
Sie wurden aber mit großem Respekt dort eingebettet.
Das andere Set wurde während der letzten Ausgrabung zu Tage gefördert und ist aus dem harten Gestein, der auch meistens für die Straßen verwandt wurde, dem Korallenkalkstein. Es wurde extra für dem neuen Tempel gefertigt, daß war nur möglich, da man zu dieser Zeit gerade der Gebrauch des Feuersteines aufgenommen war. So wurden die Statuetten auch in der Kapelle A gefunden (Pic.15 und Pic.16, auch Pic.17 und Pic.18).
Normalerweise sind die Darstellungen der Statuen männlich. Aber einige Teile des menschlichen Körpers sind sehr stark übertrieben dargestellt. Die Arme, Beine und Hüften sind sehr vergrößert, der Rest des Körpers aber scheint im normalen Proportionen dargestellt zu sein. Als weiteres Indiz zur Bestimmung zog man die flachen Brüste mit heran. Anhand dieser Fakten ließ der renommierte Professor für Medizin, Sir Themistocles Zammit, eine der im Museum für Archäologie im Auberge d'Italie in Valletta ausgestellten Statuen auf einem Plakat als "HEADLESS STATUETTE REPRESENTING A STANDING NAKED FIGURE OF MALE SEX - Kopflose Statue einer stehen Person männlichen Geschlechts" anpreisen (Pic.17).
In den 40er Jahren unseres Jahrhunderts kam bei einigen ausländischen Archäologen die irrwitzige Idee auf, die Statuen könnten weiblichen Geschlechts sein und benannten sie als "Gottheiten der Fruchtbarkeit" oder als "Muttergottheiten". Aber warum? Die Darstellungen zeigen weder einen dicken Bauch nock besitzen sie irgenwelche hängenden Brüste. Und die Tempelbauer wußten auch wie man eine solche Person darstellt, denn man fand eine ca. 15 cm Statuette mit zwei vollen, hängenden brüsten, man nannte sie damals "Venus von Malta" (Pic.19). Die Statuette ist aus gebranntem Ton und kann als "Schlafende" (Pic.20) auch im Hypogäum besichtigt werden. Die schlafende Figur ist mit klar erkennbaren, hervorspingenden Brüsten über den fefalteten Armen zu erkennen. Aber die zuvor erwähnten sieben Statuen weisen gar keine Ähnlichkeit mit jener Anatomie der herabhängenden Brüsten auf.
Was ist denn dann eine "Muttergottheit"? Nach V. G. Childe, Professor für Archäologie in London ist das nicht ganz klar, er schreibt, daß man in Troja ein "Muttergottheit" (wenn es eine solche war) fand, sie war auf einer monumentalen Säule abgebildet: ein eulenartiges Gesicht war in einen Steinblock auf die Außenmauer am Tor (1.27 m hoch) eingekerbt.
Man kann sehen, daß selbst ein solch begabter Archäologe da seine Zweifel hat.
Manche Laute meinen, ein Rock machte eine Frau. Nur weil sie den unteren Teil er Tarxien-Statue gesehen haben und diese einen Rock trägt meinen sie, es sei eine Frau. Dann waren wohl die Legionen des römischen Imperiums mit Frauen bemannt. Es ist eine "moderne" Festlegung, daß nur Frauen Röcke tragen.
In seinem Buch "Malta" schreibt J. D. Evans (Seite 142) "Ein weiteres Merkmal, welches alle Figuren gemeinsam haben, ist das sie einen Mangel an männlichen oder weiblichen Charakteristika aufweisen". Er fährt fort, "wo solche Merkmale auftreten, sei es auf Malta oder anderswo, sind sie gewöhnlich weiblich. Die komplette Abstinenz beim Aufzeigen irgenwelcher geschlechtlichen Attribute bei den weiterentwickelten Kultfiguren auf Malta läßt darauf schließen, daß sie als geschlechtslos, asexuell, angesehen werden können."
Aber Gott und die Engel haben doch auch kein Geschlecht und sie werden eher als mänlich als weiblich eingestuft. Nie wurden Göttinnen als selbige eingestuft, wenn sie nicht ganz klar weibliche Brüste besassen.
Auf Seite 117 seines Buches schreibt Evans von der großen Statue (Pic.21 - Tarxien Tempel), das sie eindeutig asexuelle Merkmale aufweise und bezeichnete sie daher als "maltesische Fruchtbarkeitsgottheit". Im Laufe der Zeit wurde daraus "Die Göttin der Fruchtbarkeit". Wenn Evans doch selbst schreibt, daß es eindeutig eine nicht geschlectlich definierte Gottheit ist, warum wird dann einfach das Gegenteil weitergegeben und setzt sich in den Köpfen vieler Leute so fest?
Ich sage Eingangs, daß die Statuen und Statuetten dicke Körperpartien ausweisen, aber sind Rundungen immer weiblich. Wenn alle Personen, die dicke Arme und Beine besitzen, Frauen sind, dann gibt es keine Gewichtheber mehr. Aber gerade Gewichtheber sind (über-)Männer mit sehr viel Kraft in ihren Armen. Auch die Statuen sollen Kraft ausdrücken, wenn sie auch keine Gewichtheber repräsentieren.
Die Abbilder mußten so übertrieben große Arme und Beine, Hüften und Waden besitzen. Diese Menschen versuchten ein Wesen darzustellen, das mit seinen Muskeln in der Lage war schneller als alle anderen an jedem beliebigen Ort zu sein und alles heben zu können. Unsere Vorfahren wußten, daß es eine übernatürliche große Kraft gibt, dieses göttliche Wesen mußte also alle Symbole der Kraft, ergo die Muskeln, besonders ausgebildet haben. Die Figuren sind daher nicht auf Grund ihrer Weiblichkeit sondern auf Grund ihrer Göttlichkeit so groß.
Eine andere Tatsache zeigt ein interessante Weiterentwicklung, in ĦaÄ¡ar Qim wurden sieben verschiedene kleine Statuetten von Gottheiten verehrt, aber in Tarxien, dem jüngsten Kultplatz wurde nur eine absolute übertrieben dargestellte und gigantisch großse einzige, anscheinend über alles erhabene Gottheit verehrt; größer noch als die sieben alten Gottheiten zusammen.
Das sind die ersten Schritte in der Vorstellung der Heiden, daß Gott nur ein allmächtiges Wesen ist. Der Allmächtige hat seine eigenen Wege, um die Menschen über ihre Vorstellungen zu ihm zu führen, wenn sie nicht seinen Vorstellungen zu wider laufen.
© The Neith Network Library 2005
Webmaster: H.B.ExtraReverendDoctorColinJames Hamer, The Rainbow Programme
Creativity House, 9 Oxford Street, St. Thomas, EXETER, Devon EX2 9AG, U.K.